Ob Wandern, Bergsteigen, Angeln oder Mountain-Biking – das alles macht nur dann Spaß, wenn der Magen nicht in den Kniekehlen hängt. Denn für eine anstrengende Trekking-Tour braucht der Körper ordentlich Energie, am besten eine kräftigende und leckere Mahlzeit. Doch wer möchte schon eine komplette Küchenausstattung quer durch die Pampa schleppen? Immer mehr Outdoorer schwören daher auf die Einmannpackungen (auch kurz EPa genannt) der Bundeswehr. Denn die Feldverpflegung der Armee ist handlich, robust, lange haltbar und einfach zuzubereiten. Die Food-Redakteure von Raus! haben viele praktische Tipps und Tools zusammengestellt, die Ihnen helfen, mit - oder zur Not auch mal ohne - EPa im Freien gut über die Runden zu kommen. Und auch für zu Hause bietet EPa leckere Menu-Varianten. Lesen Sie mehr unter "Pimp my EPa"!
| Burda-Sterne-Koch Marco Braun weiß, wie´s geht: Wer sich von Einmannpackungen (EPa) ernährt, muss auch auf optischen und kulinarischen Genuss nicht verzichten. Mit geringem Aufwand und ein paar frischen Zutaten, lassen sich die Pakete in leckere Gerichte verwandeln. Zusätzlich kommen so noch ein paar Vitamine mit ins Essen. Aperitif EPa – Lagune: Orangensaftgetränkepulver aus der Einmannpackung mit 250 ml Wasser mischen. 4 cl Wodka und 4 cl Blue Curacao dazugeben. |
Vorspeise |
| Sandwich „Lake District“: Als Vorspeise das Dosenbrot dünn mit der Margarine bestreichen. Dann mit Salatblättern belegen. Die Wurst oder den Käse darauf geben und mit in Scheiben geschnittenen Gurke sowie Paprika garnieren. Eventuell noch mit frischer Petersilie dekorieren. | ![]() |
| Hauptgerichte |
![]() | EPa-Burger „Yosemite National Park“: Dafür den Fertig-Hamburger laut Anweisung erhitzen. Brötchen aufschneiden, mit einigen frischen Salatblättern belegen. Dann das Fleisch darauf legen. Mit in Scheiben geschnittenen Tomaten und Zwiebeln garnieren. Besser frischen Ketchup verwenden, anstatt der Soße aus dem EPA. Als Beilage: Pommes frites |
![]() | Feldberg-Eintopf „Badische Art“: Das Linsengericht schmeckt viel besser, wenn man ca. 100 g kleine Gemüsewürfel, beispielsweise Karotten und Sellerie, in etwas Öl andünstet und dann dem EPA-Eintopf zufügt. Den erhitzten Eintopf zum Schluss mit etwas Essig abschmecken und mit ein paar frischen grünen Kräutern bestreuen. Achtung: Den Eintopf nicht lange kochen lassen, einmal aufkochen reicht. Die darin enthaltenen Würstchen zerfallen leicht. |
![]() | Asia-Pfanne „Himalaya“: In die Tofu-Gemüsepfanne aus dem Paket frische oder TK-Brokkoliröschen und Sojasprossen geben und erhitzen. Mit Sojasoße, Sesamsamen und asiatischen Gewürzen, wie Ingwer und Kreuzkümmel abschmecken. Als Beilage: Reis |
Chefkoch Extra-Tipp Schneller Universalverfeinerer: Eine rote Paprikaschote (bringt Farbe ins Spiel) putzen, klein würfeln, in Öl andünsten. Das Fertiggericht (z.B. Gulasch, italienisches Nudelgericht oder Cevapcici) zufügen und erhitzen. Kräftig mit Paprikapulver und Pfeffer würzen. Mit gehackter Petersilie bestreuen |
Dessert |
Panzertorte „Pyrenäen“: Eine Packung Panzerkekse fein zerbröseln und mit 100 g Butter mischen. Keksmasse aus dem Boden einer Springform drücken. Eine Packung Frischkäse mit Honig süßen. Mit frischen Beeren belegen und kühl stellen. DigestifEPa – Einheizer: 200 ml heißes Wasser mit jeweils 1 Päckchen Kaffeepulver, Kaffeeweißer und Zucker aus dem Bundeswehrkarton mischen. 4 cl Whiskey dazu geben. | ![]() |
Irgendwann geht auch mal eine bestens gefüllte Einmannpackung zur Neige. Doch keine Panik! Hier verraten Survival-Profis, was die freie Wildbahn dem Outdoorer geschmacklich alles bietet:
Wasser: Ohne Wasser geht gar nichts! Denn die Versorgung mit Trinkwasser ist die wichtigste Maßnahme in Survivalsituationen. Daher gilt es, sich auf die Suche nach einer möglichen Quelle zu machen. Prima ist fließendes Gewässer beispielsweise ein Gebirgsbach. Auch stehendes Gewässer wie etwa Seewasser sollte unbedingt abgekocht, besser noch mit Entkeimungsmitteln behandelt werden. Findet sich aber gar nichts Nasses, kann der Outdoorer immer noch nach Grundwasser graben oder Regentropfen mit einer Plane auffangen.
Beeren: Prima Vitaminlieferanten. Generell ist es wichtig zu testen, ob die pflanzliche Nahrung giftig ist. Einfach an den Blättern reiben und prüfen, ob es unangenehm riecht. Oder auf die Zunge legen, kleine Stückchen essen. Wenn nach etwa zwölf Stunden keine Symptome auftreten, dann ist die Beere, das Kraut oder die Pflanze unbedenklich.
Birkenspaghetti: Dazu wird ein Teil der Rinde aus einer Birke gelöst. Die äußere Schicht entfernen und die zarte, hellgelbe Innenrinde in feine Streifen schneiden. Wie Spaghetti in Salzwasser kochen. Übrigens: Gekochte Brenneseln oder Bärlauch geben ein prima Pesto ab.
Mehlersatz: Pulverisiert kann die Innenrinde von Birke, Pappel, Espe, Weide und Kiefer auch als Mehlersatz verwendet werden.
Tannenzapfen: Nein, hier ist nicht das Bier gemeint, sondern tatsächlich die „Frucht“ des Nadelbaums. Allerdings sollten nur die kleinen, jungen, grünen Zäpfchen geknabbert werden.
Insekten: Die bringen richtig Power, da sie wahre Eiweiß-Bomben sind. Bei Regenwürmern den Sand von hinten nach vorne rausdrücken, bevor man sie roh genießt. Auch Heuschrecken und Maden sind geschmacklich mit ihrem leichten Erdnussaroma nicht zu verachten. Am besten kurz anrösten.
Holzkohleasche: Der schwarze Teil ersetzt in Notzeiten auch mal Salz und Pfeffer. Aber bitte nur sparsam verwenden.
Photo-Credits: Kimi-(, kitsu, blindranger, G.J.Charlet III, j whiteman, Andrew Huff, McAuliflower, Seitti, Sivara, Julias Stahnke, fox kiyo, xRaDx, VMorrin.







